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| 1960 - 1970 - 1980 - 1990 - 2000 - UPDATES | |||||
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| Der Luftschiffhafen Köln Bickendorf | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Am Donnerstag, den 1. April 1909 begann dann das Kriegsministerium in Berlin mit dem Bau bzw. der Fundamentierung der Luftschiffhalle in Köln-Bickendorf zwischen Venloer Straße und Ossendorfer Weg. Die Bauzeit betrug nur vier Monate. Die Maße der Halle betrugen: Länge 152 m, Breite 50 m, lichte Höhe 30 m und einem Flächeninhalt von 7600 qm. Später wurde die Halle auf 190 Meter erweitert. Das Dach war mit Ruberoid gedeckt. Besondere Schwierigkeiten bei der Bauausführung machen die 600 Zentner schweren Flügeltüren aus Wellblech. Sie waren vierteilig, liefen auf gezahnten Schienen und wurden mittels elektrischen Antriebs bewegt. Insgesamt war diese Luftschiffhalle für drei Luftschiffe ausgelegt. Das Besondere in Köln war, dass hier drei unterschiedliche Luftschifftypen ausprobiert werden sollten - das unstarre System von Parseval, das halbstarre Luftschiff von Major Groß und das starre Zeppelin-Luftschiff. Dazu aber demnächst mehr in einem neuen Kapitel.
Unter Leitung des Militärbauamtes begann die Maschinenfabrik und Brückenbauanstalt „Augsburg-Nürnberg A.G.“, Werk Gustavsburg in Mainz, mit dem Bau einer Luftschiffhalle und mit in unmittelbarer Nähe gelegenen Gebäude für Personal und Werkstätten. Diese Firma erhielt den dritten Preis bei einem Wettbewerb, der im Oktober 1908 ausgeschrieben wurde. Am Bau der Halle war auch der Ehrenfelder Bauunternehmer Stephan Pöttgen, wohnhaft in der Lessingstr. 6, beteiligt.
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In etwa ein Kilometer von der Halle entfernt wurde zusätzlich eine Ankervorrichtung für Luftschiffe installiert, so daß bei schlechtem Wetter dort zunächst angelegt werden konnte, um dann später in die Halle einzufahren. Von diesem Ankerplatz für Gastluftschiffe ist heute noch ein Erdanker zu sehen, der vor der Firma Colonia Spezialfahrzeuge Mathias-Brüggen-Str. ausgestellt ist. Dieser Luftschiffanker wäre beinahe zerstört worden, hätte sich nicht das ehemalige Luftfahrtmuseum - mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr - um die Bergung gekümmert. Dies ist wahrscheinlich der letzte Luftschiffanker seiner Art.
Eine Abteilung des Luftschiffer-Bataillons Berlin wurde als Vorauskommando nach Köln verlegt und dem Verkehrsoffizier vom Platz unterstellt. Der junge Sergeant Erich Gensicke (29), der bereits 1904 zu Übungen nach Wahn kam, wurde bei der 2. Kompanie Schirrmeister. Ihm oblag die Pflege und Wartung des Luftschiffes (zunächst Z II) und der Anlagen. Der „Kölner Club für Luftschiffahrt“ (KCfL) verpflichteten den Luftschiffer Erich Gensicke als Ballonmeister. Die sportlichen Ambitionen der Offiziere der Luftschiffer brachten für den KCfL einen großen Aufschwung. Wasserstoffgas der Luftschiffe musste bei Überprüfungen abgelassen werden und wurde den Kölner Ballonfahrern überlassen. In wieweit die ein oder andere Prüfung wirklich nötig war, ist nicht überliefert…….
Bald darauf trafen auch zwei kleinere „Sportluftschiffe“ ein: das von Ruthenberg aus Düsseldorf und das von Erbslöh aus Leichlingen. Das letztere wurde von Paul A. Meckel entworfen. Das „M II“ genannte Luftschiff des Berliner Majors Gross traf unter Führung von Hans Hiedemann einen Monat später in Köln ein. Am 9. August 1909 traf dann auch Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff LZ 5 (militärische Bezeichnung dann Z II) hier ein. Lesen mehr zu diesem Ereigniss im Kapitel "Graf Zeppelin in Köln". Rechts sehen Sie die Belegung der Luftschiffhalle mit den Luftschiffen Z II, Gross und Parseval. Interessierte Bürger können für 5 Pfennige einen Rundgang durch die Bickendorfer Luftschiffhalle machen. Vor den Toren der Halle machen Wurst- und Eisverkäufer, Zauberkünstler und Anbieter von Ansichtskarten gute Geschäfte. Das Geschehen entwickelt sich bald zur Dauerkirmes und Volksbelustigung für die Bevölkerung. Landwirte, die rund um die Halle ihre Felder bewirtschaften, befürchten erhebliche Feld- und Flurschäden. Schon vor der Eröffnungsfeier macht der Bickendorfer-Ossendorfer Bürgerverein im Namen seiner Mitglieder darauf aufmerksam. Für derartig verursachte Schäden kann niemand regreßpflichtig gemacht werden, denn nach dem Naturaliengesetz vom 24.05.1898 sind nur durch Militär verursachte Schäden versichert. |
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| Nachfolgend eine Reihe von Fotos die den Baufortschritt
der Kölner Luftschiffhalle dokumentieren. |
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Nach der Fundamentierung der Luftschiffhalle am 1. April
1909 wurden sehr schnell die ersten Stahlträgerelemente hoch gezogen. Dabei
begann die Baufirma am zukünftigen Eingangstor. |
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Nachdem
der Eingangsbereich gfertig gestellt wurde, arbeitet man sich sehr
schnell zum Ende der Halle vor. Am Anfang hatte die Luftschiffhalle
eine Länge von 150 m. Später wurde die Halle auf 190 Meter erweitert um den neuen Luftschiffen genug Platz zu bieten. |
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Auf Grund der sich wiederholenden Gitterkonstruktion wuchs
die Luftschiffhalle schnell in die Länge. |
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Bald konnten die Seitenwände verkleidet werden. Das Dach
wurde mit Ruberoit gedeckt. |
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Nachdem die Seitenwände verkleidet waren, wurden die Wände
der Anbauten bzw. Werkstätten gemauert. |
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Kurz vor Fertigstellung konnten die riesigen Eingangstore
gebaut werden. Zuerst wurde das linke Tor gebaut, danach das rechte. Diese
zweiteiligen Tore liefen auf Zahnradschienen. |
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Hier ein Foto der Luftschiffhalle kurz vor
der Fertigstellung der Bauarbeiten. |
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Der
erste Spatenstich für die Luftschiffer Kaserne des Luftschiffer-Bataillons
3 an der Frohnhofstraße in Köln-Ossendorf in Höhe der
Emilstraße fand am Dienstag, den 1. Juni 1913 statt. Bis zur Fertigstellung
waren die Kölner Luftschiffer im Fort IV in Bocklemünd untergebracht. Die Bauleitung lag in den Händen des „Militär-Bauamtes. Die ausführende Firma ist Maar & Pöttchen (wahrscheinlich: Pöttgen ? Ende 1909-07-00), Köln-Ehrenfeld. Die Kaserne erhielt ein Offizier-Kasino, eine Kantine sowie alle erforderlichen modernen Einrichtungen. Die Kaserne wurde 1971 zu Gunsten von Hochhäusern abgerissen....... |
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Die
Kölner Luftschifferkaserne in der Frohnhofstr. |
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Auf
Grund der größeren Maße der neuen Luftschiffe wurde
die Luftschiffhalle 1914 von 160 m auf 200 m verlängert. Es
gab auch Überlegungen eine zweite Halle zu bauen. Dies wird
aber wegen der hohen Kosten auf einen späteren Zeitpunkt nach
dem Krieg verschoben. Wie die gesamte Anlage ausgesehen hätte, sehen Sie auf der nebenstehenden Fotomontage. |
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Mögliches
Aussehen des Luftschiffhafens, wenn es zum Bau einer zweiten Halle
gekommen wäre. |
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| Der Luftschiffhafen Köln-Bickendorf von Westen aus gesehen. Im Vordergrund Z II. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Frohnhofstr. |
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Sandweg |
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Fußweg
nördlich des Mühlenweges |
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Mühlenweg |
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Anfang
Dezember 1918 fanden auf dem Gelände der Zeppelinhalle
Plünderungen statt. In der Halle wurden die beiden elektrischen Motore zur Torbewegung, die beiden Anlasser, die Schalttafeln mit Armaturen, die beiden Positionslampen sowie die gesamte Hallenbeleuchtung gestohlen. Die großen Seitenfenster der Halle wurden durch Steinwurf demoliert. In den Nebenräumen fehlten Türen und Fenster, Elektro-, Heizkörper-, Waschanlagen- und -zubehör sowie Werkbänke und Kleingerät der Feldhallen. Die beiden Seitendepoträume wurden vollständig ausgeraubt. Weitere Anlagen wie Dampfheizung, Dunkelkammer, Ölschuppen, Feuerlöschgeräteschuppen, Portierhäuschen, Scheinwerferturm, Kantinenanwesen Bürvenich und Wachtbaracke sowie Umzäunung waren auch betroffen. Was aus der Halle wurde, ist leider nicht eindeutig belegt. |
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| Der ehemalige Standort der Luftschiffhalle Bickendorf, Mathias-Brüggenstr. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die
hier abgebildete Animation besteht aus einem Satellitenbild, dass
mit der Entfestungskarte überlagert wurde. In diese Entfestungskarte
wurden sämtliche Stellungen der ehemaligen Festung Köln
eingetragen. Dazu gehörte natürlich auch der Reichsluftschiffhafen
Cöln-Bickendorf.
Wie auf der Karte zu sehen ist, liegt die heutige Seitenstraße
der Matthias-Brüggen-Str. sowie das südlich gelegene
Hochhaus Nr. 20 innerhalb der Halle. |
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Mühlenweg |
Diagonalweg nördlich des Mühlenweg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Neben
den oben angeführten Straßen ist der Fußweg nördlich
des Ossendorfer Weg auch oben auf der historischen Fotografie zu
erkennen. |
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| Frohnhofstr. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Sandweg |
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Wie
in der Luftansicht zu sehen ist, liegen die Straße sowie
das rechte Hochhaus "innerhalb" der Luftschiffhalle.
Man könnte sogar
sagen, dass die Straße den ehemaligen Hallenboden bedeckt. Bei der
hier eingeblendeten Karte von 1920 sind kleine Ungenauigkeiten möglich.
Wahrscheinlich handelt
es sich bei der hier eingezeichneten "Luftschiffhalle" um das
gesamte Gelände
innerhalb der Umzäunung - also auch der südlich gelegenen Werkstätten
sowie des umliegenden Freilandes. |
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Im
Bereich des ehemaligen Luftschiffhafens Bickendorf macht die Matthias-Brüggen-Str.
eine Kurve in der sogar eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30
km/h besteht. Wie auf den rechts abgebildeten Ausschnitten zu sehen ist, bestand die (zukünftige) Matthias-Brüggen-Straße um 1909 damals nur aus einem Feldweg der von Süden direkt auf die Halle zuführte. Den Verlauf dieser Straße können Sie auch oben in der Animation sehen. Einen ähnlichen Feldweg gab es wahrscheinlich auch für den nördlichen Zugang zur Luftschiffhalle. |
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Somit
ist diese besondere Kurve der Matthias-Brüggen-Str. zu erklären
- es handelt sich um die ehemalige Zufahrtstraße zur Luftschiffhalle. |
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Die
Luftschiffhalle in den Kriegsjahren. Rechts dahinter die Luftschifferkaserne. Links im Hintergrund die Schornsteine der Ziegelei an der Fliegerstation Butzweilerhof |
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| Ansicht der ehemaligen Luftschiffhalle im heutigen Stadtbild. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Dort,
wo heute die Straße verläuft, befand sich die Luftschiffhalle. |
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| Ansicht der ehemaligen Luftschiffhalle im heutigen Stadtbild. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Das
Gebiet des Reichsluftschiffhafen von Norden aus gesehen. |
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Anmerkung:
Leider wird von Laien immer wieder behauptet, dass die Luftschiffhalle auf dem Butzweilerhof stand bzw., dass der Butz ein Luftschiffhafen war. Dies ist falsch! Wie auf der nebenstehenden Karte aus den 20er Jahren zu sehen ist, lagen beide Plätze weit auseinander. Außerdem wurde die Luftschiffhalle 1909 gebaut, während zu dieser Zeit der Bauernhof Butzweiler Hof noch bestellt wurde. Die Fliegerstation wurde erst am 1. April 1913 in Betrieb genommen. Auch waren das Luftschifferbatallion und die Fliegerstation immer zwei getrennte Einheiten, die sich nicht nur durch die unterschiedichen Flugsysteme unterschieden. Eine Luftschiffhalle hat nie auf dem Butzweilerhof gestanden und hätte dort auch keinen Platz gehabt. Außerdem stellt ein so hohes Gebäude wie eine Luftschiffhalle eine Gefahr für die anfliegenden Maschinen bei schlechter Sicht dar. Aus diesem Grund wurde 1937 die Riesenflugzeughalle abgerissen. Auf dem Butzweilerhof wurde 1910 zwar ein Notlandeplatz der DELAG eingerichtet, über eine Notlandung ist aber nichts bekannt. Außerdem war ein Überflug der Festung Köln für zivile Luftschiffe strengstens verboten. |
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