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| 1960 - 1970 - 1980 - 1990 - 2000 - UPDATES | |||||
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| Otto Könnecke - der Atlantikflieger | ||||||||||||||||||||||
Einer
der ersten Piloten der jungen Luft Hansa AG war Otto Könnecke,
der am 20. Dezember 1892 in Staßfurt geboren wurde und dort
seine Kindheit verbrachte. Leider ist über Otto Könnecke nur wenig bekannt. Zusammen mit Fritz Rumey und Josef Mai bildete er das "goldene Triumvirat" und verhalf so der Jasta 5 zu einer hohen Anzahl von Abschüssen im 1. Weltkrieges. Er schoss 33 feindliche Flugzeuge ab und bekam dafür, neben anderen Orden, den Pour-le-Merit verliehen. Nach dem Krieg war er einer der ersten Berufspiloten der neuen Luft Hansa AG. Nachdem Charles Lindberg den Flug von Amerika nach Europa geschafft hatte, versuchten viele europäische Flieger den umgekehrten Weg von Europa nach Amerika. Viele dieser Flieger wurden nach ihrem Start nie wieder gesehen. Andere mußten den Flug abbrechen. Und wieder andere wählten andere Wege, um als erste von Europa nach Amerika zu fliegen. |
![]() Otto Könnecke |
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Nach
dem 1. Weltkrieg und mit der Entwicklung der zivilen Luftfahrt
plante auch Otto Könnecke den Aufbau einer Luftfahrtlinie
zwischen Europa und Amerika. Er gründete die Luftfahrtlinie "Germania" mit
Sitz in Köln. Bevor er aber Passagiere nach New York fliegen
konnte mußte die Linie zumindest einmal beflogen werden. Schließlich
war vorher noch niemand nach Amerika geflogen. Diesen Flug wollte
Könnecke mit einem umgebauten offenen Doppeldecker vom Typ
Caspar C32 durchführen. Diese Maschine war vorher als Agrarflugzeug eingesetzt worden und mußte für den Flug mit zusätzlichen Tanks erweitert werden. Dazu wurde der Streubehälter des, vorher für großflächige Sprüh-aktionen eingesetzten Flugzeuges, entfernt. In diesen kabinenartigen Raum wurden dann Regale für die Treibstoffkanistern eingebaut. |
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Die
Caspar C 32 am 20.08.1927 in einer Halle des Flughafens Köln
Butzweilerhof. Hier noch mit der Aufschrift "Köln". |
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„Köln als Überseeflughafen“.
Unter dieser Überschrift erschien am 12. August 1927 ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 403: Im Hinblick auf die von dem Flieger Koennecke geplante Ozeanüberquerung ab Köln, werden hier Überlegungen über den besten Abflugort für einen Überseeflugverkehr angestellt. Man kommt zu dem Schluß, dass sich Köln wegen seiner guten Lage am Rhein, seiner geringen Entfernung zum Atlantik, seiner ausgezeichneten verkehrsgeographischen Lage und der günstigen Wetterverhältnisse besonders gut eignet. Der Luftfahrtmitarbeiter der Kölnischen Zeitung, Hauptmann a. D. Dr. Hildebrandt, hatte bereits vor einiger Zeit als geeignesten Ort für einen Wasserflughafen die Windungen des Rheins nördlich von Köln bezeichnet. Die Schwierigkeiten der großen Startlänge der Wasserflugzeuge sowie der unterschiedlichsten Windrichtungen sind seiner Meinung nach durch geeignete künstliche Startmittel (Startplattform auf Schienengleise entlang des Ufers) zu lösen. Nachdem Koennecke, vielleicht auf Grund dierser Vorteile, den Flughafen Köln Butzweilerhof als Startplatz für seinen Ozeanflug ausersehen hatte, beschloss die Kölner Stadtverwaltung, ihn mit einer Summe zu unterstützen. Die Zeitungen nennen 35.000 Mark. Die Maschine sollte als Werbeträger für die 1928 in Köln stattfindende internationale Presseausstellung fungieren. Koennecke testet mit einem 20stündigen Dauerflug sowie mit Belastungs-Probeflügen die Flugtauglichkeit der Maschine. Der Start zum Ozeanflug muß wegen schlechter Witterung mehrmals verschoben werden. |
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Am 20. September 1927 startete
Otto Könnecke dann endlich zu seinem gefährlichen Flug vom
Flughafen Köln Butzweilerhof nach Amerika über Indien. Zunächst
war der Flug über den Atlantik geplant, mußte aber wegen
eines Sturmtiefs mehrmals verschoben werden. Aus diesem Grund kam Könnecke
auf die Idee "hinten rum", also über Indien, zu fliegen.
Bei den Flugvorbereitungen,
die auf den Fotos zu sehen sind, handelt es sich wahrscheinlich um
Probeflüge die Könnecke durchführte, um die Maschine
und die optimale Zuladung zu prüfen.
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Die Caspar C32 "Germania" von Otto Könnecke auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine Motorprüfung oder einer der Probeflüge die Otto Könnecke vom Butzweilerhof aus unternahm. Otto Könnecke starb am 25. Januar 1952 in Bad Aibling und wurde auf dem städtischen Friedhof begraben. Sein letzter Landeplatz hatte die Position Section 13, Reihe 7, Grab 55. Das Grab wurde 1984 neu belegt. |
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| Der Flug nach Amerika | ||||||||||||||||||||||
Otto
Könnecke plante die Route ursprünglich mit großer
Wahrscheinlichkeit über
England, Schottland, Island, Grönland und Neufundland an die
Ostküste von Kanada und von dort in die USA. Leider herrschte über
dem Atlantik ein Sturm, den er mit seiner Maschine nicht durchfliegen
bzw. umfliegen konnte. Also kam er auf die Idee "hinten rum" zu
fliegen. Er wählte die Route über Ungarn, Rumänien, die
Türkei,
Persien, Indien, Korea und Japan. Dann über China und die
Sowjetunion auf die Halbinsel Kamtschatka. Von dort hätte
er den eigentlichen Flug von Eurasien auf den amerikanischen Kontinent
durchgeführt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre
er dann an der Westküste von Nordamerika Richtung Süden
geflogen. Wahrscheinlich plante er, nach einem Besuch der Städte
Los Angeles und San Francisco die USA zu durchqueren, um dann
von New York aus wieder nach Norden zu fliegen. Über die Strecke
Neufundland, Grönland, Island, Faroer, Schottland und England
wäre er, diesmal mit Rückenwind, als 1. Weltumflieger
wieder in Deutschland, vielleicht wieder auf dem Butzweilerhof,
gelandet. Seinen Abflug vom Flughafen Köln Butzweilerhof muß eine sehr große Menschenmenge angezogen haben. Schließlich gab es damals zwar Zeitungen, die das Ereignis natürlich begleitet und kommentiert haben, aber das Radio steckte noch in den Kinderschuhen, und die Entwicklung einer Art Fernsehen gab es nur in Versuchslaboratorien. Als Otto Könnecke am Dienstag, den 20. September 1929 startete, um Weltfluggeschichte zu schreiben, haben dies mit großer Wahrscheinlichkeit sehr viele Menschen miterlebt. Während dieser Vorbereitungsphase namm der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, von seinem Urlaubsort persönlich Anteil am Fortgang des Projekts. Am 12. August 1928 telegraphierte er an die Flugleitung: „Dem Flieger Koennecke ist jede Erleichterung zu gewähren.“ Und vier Tage später: „Bitte mich über Amerikaflug Koennecke telegraphisch auf dem Laufenden zu halten.“ |
Der
Fliegerkamerad Gerhard Fieseler zeichnete nach Könneckes Abflug
diese Karikatur. |
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URSPRÜNGLICH
GEPLANTE ROUTE
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GEFLOGENE ROUTE |
MÖGLICHE
WEITERE ROUTE |
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| Graf zu Solms-Laubach beschreibt den Abflug aus Köln in einem kleinen Buch "Asienflug und Heimkehr" wie folgt: | ||||||||||||||||||||||
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An
dieser Stelle möchte ich mich beim Enkel des hier erwähnten Graf Georg Fredrich zu Solms-Laubach für die freundliche Überlassung des Buches bedanken. |
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Links: |
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| Der damalige Chronist des Flughafen Köln Butzweilerhof, Stadtinspektor A. Krath, vermerkt dazu in seiner Chronik: | ||||||||||||||||||||||
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20.09.29 Könnecke startet mit Graf Solms um 14,22 zum Ost-Asien-Flug anwesend u. a. O.B. Dr. Adenauer nachdem der Oceanflug endgültig aufgegeben worden war. |
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Die
Strecke führte über die Route Frankfurt,
Wien, Budapest, Belgrad, Konstantinopel, Prinzen-Inseln,
Angora, Aleppo, Bagdad,
Basra und Bender-Abas. Auf der Strecke zwischen
Basra und Bendar Abas geriet die Maschine in
ein Luftloch. Otto Könnecke konnte die Maschine
durch seine schnelle Reaktion retten. Allerdings
verletzte
sich Graf Solms so schwer am Kopf, dass er das
Unternehmen beenden mußte und zurück nach
Deutschland reiste. Auf dem Flug von Karatschi nach
Delhi kam es im Bezirk Etawah
zu einem
irreparablen
Motorschaden. Otto Könnecke und sein Mechaniker
Johannes Hermann mußten das Unternehmen, das
beinahe zur ersten Weltumrundung mit dem Flugzeug
geführt
hätte, abbrechen.
Wie Könnecke und Hermann zurück nach Deutschland kamen, ist leider nicht bekannt. |
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Nur ein halbes Jahr später im Frühjahr 1928 schafften die drei Europäer Hermann Köhl, Ehrenfried von Hünefeld und James Fitzmaurice den ersten "Sprung" von Europa nach Amerika. |
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| Das Flugzeug Caspar C 32 "Germania" | ||||||||||||||||||||||
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Die
Caspar C 32 war ursprünglich als Agraflugzeug geplant. Für
den Amerikaflug wurde sie mit zusätzlichen Tanks ausgerüstet
um eine höhere Reichweite zu bekommen. Diese Tanks wurden
wärend des Fluges durch Graf Solms-Laubach durch manuelles
Umpumpen aus
Zusatzkanistern nachgefüllt. Während des Fluges über
die Wüsten
des Nahen Ostens drohte der Motor wegen Überhitzung zu explodieren.
Graf Solms-Laubach konnte dies vermeiden, weil er wärend des
Fluges Löcher
in die
Motorverkleidung
schnitt. |
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Typ: | Caspar C 32 | ||||||||||||||||||||
| "Germania" | ||||||||||||||||||||||
| Gebaute Exemplare: | 4 | |||||||||||||||||||||
| Geplante Verwendung: | Agrarflugzeug | |||||||||||||||||||||
| Reichweite: | 7500 km | |||||||||||||||||||||
| (nach Umbau) | ||||||||||||||||||||||
| Besatzung: | ||||||||||||||||||||||
| Pilot: | Otto Könnecke | |||||||||||||||||||||
| Mechaniker: | Johannes Herrmann | |||||||||||||||||||||
| Heizer: |
Georg
Friedrich Graf zu Solms-Laubach |
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Graf
zu Solms-Laubach schreibt am Ende seinem Buchs: |
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Etwa ein halbes Jahr später würdigte die kleine Karnevalsgesellschaft
"Schaft am Zoo" in Köln-Riehl den Flug mit einem Karnevalsorden. Hierbei tanzt ein Narr über die Maschine während er dabei einen Geldsack mit der Aufschrift 5000 schwenkt. Bitte bewegen Sie den Cursor über den Karnevalsorden. |
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