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     Der Erweiterungsbau Flughafen Köln Butzweilerhof 1936
Der Flughafen Köln Butzweilerhof 1926
Nachdem in Köln aus einer preussischen Fliegerstation (Baujahr 1912-1913) ein provisorischer, aber effektiver Flughafen (Bild rechts) erbaut wurde, mußte wegen des rasanten Aufschwungs der Luftfahrt innerhalb von 10 Jahren ein Erweiterungsbau für den Flughafen Köln Butzweilerhof errichtet werden. Aber nicht nur in Köln, sondern im gesamten deutschen Gebiet begann eine rege Bautätigkeit um den zunehmenden Flugverkehr bewältigen zu können. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel "Flughafengebäude der 20er und 30er Jahre in Deutschland".

Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um eine Erklärung der einzelnen Gebäude zu bekommen.


Für diesen Nebau konnte man die Erfahrungen nutzen die bisher in den alten Provisorien gesammelt wurden. So begannen, unter der Leitung des Hochbauamtes der Stadt Köln, die Baumaßnahmen für den zukünftigen Flughafenkomplex am 23. April 1935. Zu den Bauarbeitern gehörten vor allem ca. 1100 Arbeitslose.


Durch einen glücklichen Zufall wurden mir Konstruktionspläne des Neubaus des Butzweilerhofs angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich gerne an und möchte Ihnen hiermit Teile dieser Architekturpläne zeigen.

 

Rechts:
Das Gebäude wurde vom Kölner Stadtbaurat Professor Hans Mehrtens entworfen.

Der Adler in blauer Basaltlava wurde von Willi Meller gestaltet.
Architektenpläne Flughafen Köln Butzweilerhof

   
Architektenpläne Flughafen Köln Butzweilerhof

Links:
Ansicht von Westen
Eingang zur Gaststätte des Flughafens.
Der zurück springende Gebäuderiegel auf der rechten Seite mit den hohen Fenstern zeigt die Empfangshalle des Flughafens.


  

Rechts:
Ansicht von Osten
Querschnitt durch den Verwaltungsflügel des Flughafengebäudes inkl. der Kelleretage.
Links oben die Fenster der Zimmer die für die Piloten der Nachtflüge reserviert waren.
Auf diesem Plan ist auch der über zwei Stockwerke gehende Heizungskeller des Flughafengebäudes zu erkennen.

Architektenpläne Flughafen Köln Butzweilerhof
     
Stahlkonstruktion der Halle 1 Flughafen Köln Butzweilerhof
    Bau des Rollfeldes Flughafen Köln Butzweilerhof
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
Der Bau des Rollfeldes direkt vor dem Neubau.
Im Hintergrund die Riesenflugzeughalle und rechts davon die Halle III.
     
Auf diesem Foto wird die Stahlkonstruktion eingebaut in der die Rolltore aufgehängt werden.
 

Die Architektur des Neubaus orientierte sich an der neuen Sachlichkeit - dem Bauhausstil. Bei der technischen Planung des Flughafens wurde im Gegensatz dazu "Neuland betreten". Die früheren Rasenflächen, aus denen dann die ersten Flughäfen entstanden, kamen für die neuen schwereren Flugzeuge nicht mehr in Frage. Passagiere sollten nicht mehr über möglicherweise morastige Grasflächen zu den Maschinen kommen, sondern bequem zwischen Flugzeug und Abfertigungsgebäude verkehren können.
Schon damals nahm mit steigendem Fluggast- und Frachtaufkommen die Bürokratie zu. Aus diesem Grund wurde der Bürotrackt erheblich vergrößert. Schließlich sollten Air France, Imperial Airways, Sabena und Luft Hansa entsprechende Räumlichkeiten bekommen. Werkstätten wurden direkt an die Halle angebaut wobei jede Fachgruppe eine eigene Werkstatt bekam.

 
 
   
Rohbau der Halle 1 Flughafen Köln Butzweilerhof  
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Auf diesem Bild sind deutlich die zukünftigen Werkstätten sowie, im Hintergrund, der Rohbau des Turms der Luftaufsicht zu sehen. Auf der rechten Seite fehlen noch die Gebäude des Betriebshofs mit den Garagen der Flughafenfeuerwehr.
   
   
   
   
                         
Vogelnest nach 69 Jahren in der Wand der Empfangshalle  Flughafen Köln Butzweilerhof
Bei den Renovierungsarbeiten fand ich in einer verputzten Wand neben dem Eingang das hier abgebildete Vogelnest. Da die Wand vorher verschlossen war, vermute ich, dass ein Vogel 1935 das Nest gebaut hat als die Halle im Rohbau stand. Da das Nest leer war, wurde der Vogel wahrscheinlich vertrieben bevor Eier gelegt werden konnten. Auf jeden Fall war das leere Nest 68 Jahre in der Wand verborgen.
Für ein mögliches Flughafenmuseum habe ich es vorsichtig aus der Wand genommen und mit anderen schönen Fundstücken aus dem Gebäude in einer Kiste aufbewahrt. Leider wurde diese Kiste mit Inhalt aber aus Versehen weggeschmissen.
Vogelnest nach 69 Jahren in der Wand der Empfangshalle Flughafen Köln Butzweilerhof
 
                                       
                                       
Flughafen der Hansestadt Köln Butzweilerhof
 
Das Empfangsgebäude des Butzweilerhofs besteht aus einer großen Halle mit anschließender Gepäck- und Zollabfertigung. Der in Köln ankommende Fluggast sah aus der Empfangshalle durch ein breites Eingangstor, das vom Kölner Kunstschmied Carl Wyland gestaltet wurde, direkt auf den Kölner Dom und bekam so einen ersten Eindruck der Domstadt. In der Empfangshalle befanden sich Glasvitrinen in denen Kölner Firmen mit ihren Produkten Werbung betrieben.
 
Hauptportal mit Adler der Weimarer Republik Flughafen Köln Butzweilerhof 1936
 Flughafen Köln Butzweilerhof 1936Flugpassagiere wurden, wenn sie aus der Stadt kamen, von einem großen Adler aus Basaltlava empfangen. Dieser Adler wurde von Willi Meller aus blauer Basaltlava geschaffen. Unter dem Adler befinden sich drei Kronen die für die Stadt Köln stehen. Während des III.Reichs war an diesem Hauptportal kein Hakenkreuz befestigt.



Der einzige "Schmuck" bestand aus Hakenkreuzfahnen die an Fahnenmasten vor dem Hauptportal aufgestellt waren.

Der Parkplatz des Flughafen Köln ButzweilerhofDirekt vor dem Hauptportal befand sich der Parkplatz des Flughafen Köln Butzweilerhof. Somit waren damals noch kurze Wege bis zur Gepäckabgabe möglich.
Wenn Sie den Cursor über das Bild bewegen, sehen Sie die schönen alten Wagen der 30er Jahre.
Zusätzlich konnten die Passagiere und Besucher des Flughafens per Bus anreisen. Diese Buslinie begann am Hauptbahnhof und endete direkt vor dem Hauptgebäude des Flughafen.










Jeweils rechts und links des Hauptportals befanden sich große Messingleuchten die auf Eckkonsolen aus Basaltlava montiert waren. Diese Leuchten wurden nach dem Krieg von einem amerikanischen Offizier "beschlagnahmt".
Die Basaltlava wurde im gesamten Besucherbereich zur Einrahmung der Fenster und Türen benutzt. Im Innenbereich wurde diese dunkle Einrahmung mit geschliffenen Schieferplatten fortgesetzt. Alle Metallelemente am Gebäude, wie z. B. der Schriftzug "KÖLN", die Messinglampen am Hauptportal und kleine Verzierungen am Eingangstor wurden goldfarben gehalten.
Diese Kombination von weißem Rauputz für die Fassade, blauer Basaltlava und goldfarbenen Metallelementen habe ich auch zur Gestaltung dieser Webseite genutzt.
Bei den dunklen Steinhintergründen auf dieser Webseite handelt es sich um die Fotografie einer gesandstrahlten Fensterplatte aus Basaltlava der Flugfeldseite.
Der neue Flughafen Butzweilerhof im Jahr der Eröffnung 1936.
Gesamtansicht des Rollfeldes Flughafen Köln Butzweilerhof 1936 mit Ju 52
Hier der Butzweilerhof auf einer Postkarte die zur Eröffnung ausgegeben wurde. Diese bekannte Ansicht von Hugo Schmölz aufgenommen. Noch fehlt die abseits stehende Halle 2 hinter der Halle 1.
Um auch hier eine Beschreibung der Gebäude zu bekommen bewegen Sie bitten den Cursor über das Bild.
 
Der ehemalige Flughafen Köln Butzweilerhof.
Der ehemalige Flughafen Köln Butzweilerhof im Sommer 2011.

Luftbild des Flughafen-Restaurants und Cafes Weißenfeld auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof 1936
Links: Im Süd-Westen wurde neben dem Restaurantbereich eine große Tribüne aufgebaut um den interessierten Zuschauern einen etwas höher gelegenenen Aussichtspunkt zu bieten. Hinter der Tribüne befanden sich Zuschauertoiletten und darauf montiert ein großer Suchscheinwerfer.
Bitte bewegen Sie auch hier den Cursor über das Foto um eine Erklärung der einzelnen Bereiche zu bekommen.


Die Bäume, die auf dem linken Foto im Hintergrund zu sehen sind, stehen noch heute.
Zuschauertribüne auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof
Luftbild des Restaurant und Cafes Weißenfeld ,
rechts die Zuschauertribüne des Butzweilerhofs
   
Flughafenleitung Flughafen Köln Butzweilerhof









Rechts: Das Obergeschoss des Flughafen Köln Butzweilerhof in dem die Flughafenleitung arbeitete. Zur Stadt hin waren Zimmer eingerichtet in denen Piloten übernachten konnten die entweder mit der letzten Maschine "rein kamen" oder morgens die erste Maschine flogen.

Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um mehr über die Belegung der Räume zu erfahren.




   
eingang Rollfeldseite Empfangshalle  Flughafen Köln Butzweilerhof   Verwaltungstrakt Luftfahrtgesellschaften und die Flughafenleitung  auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
Der Verwaltungstrakt in dem die Luftfahrtgesellschaften Lufthansa, Air France, Imperial Airways und die Sabena) sowie, über der Empfangshalle, die Flughafenleitung untergebracht waren.
   
   
                     
    Logo der Familien Weissenfeld Pächter des Flughafenrestaurants



Diese Zeichen ließ das Pächterehepaar Weissenfeld des Flughafenrestaurants auf die Postkarten aufdrucken.
   
Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild.
Die Ansicht des Flughafeneingangs wie er sich den Passagieren zeigte. Vom Restaurant und vom Cafe aus konnten Gäste die ankommenden Flugpassagiere sowie den Betrieb auf dem modernen Flughafen Köln Butzweilerhof beobachten. Sicherheitsbereiche, wie heute allgemein üblich, gab es noch nicht.
Auch die Flugzeuge standen unmittelbar vor dem Gebäude. Wodurch die Fluggäste sehr schnell abgefertigt werden konnten.
     
     
     
     
                     
Portal auf der Flugfeldseite Flughafen Köln Butzweilerhof
Das Portal auf der Flugfeldseite, im Hintergrund die Terrasse der Flughafengaststätte Weißenfeld.

Dieses Restaurant bestand von 1936 bis Kriegsbeginn 1939.
Mein Vater Hans Günter Müller (* 13.02.1935) erzählte mir, dass er mit seinem Vater Leo Müller (Grundausbildung 1915 und Motorenmechaniker an der Fliegerstation Cöln Butzweilerhof) auf der Terasse des Butzweilerhofs, direkt am Ausgang zur Empfangshalle, Kaffee und Kuchen ("Apfelkuchen mit Schlagsahne") gegessen hat und die beiden startende und landende Flugzeuge beobachteten. Es ist also leicht vorstellbar, welchen Eindruck Flugzeuge damals schon auf Vierjährige machte.

Links:
Die Terasse des Flughafencafes.
Auf dem Rollfeld die Ju 90 D-AURE "Bayern".


Der Gaststättenbereich des Flughafen Köln ButzweilerhofHier links sehen Sie den rechten Flügel des Flughafengebäudes. Der graue Bereich unten zeigt die Terasse des Cafes. Der rote Bereich war das Cafe zu dem auch die Terasse gehörte. Der Pächter des Restaurants, das Ehepaar Weißenfeld, lebte in der 3-Zimmer-Wohnung auf der Stadtseite. Hier mit blauem Bodenbelag eingezeichnet.

Der grüne Bereich auf der linken Seite der 3D-Grafik zeigt im vorderen Bereich die Büros der Flughafengeschäftsleitung. Der hintere Bereich, hier nicht mehr im Bild, war Piloten vorbehalten die mit der letzten Maschine "rein kamen" bzw. für die ersten die Flüge am Morgen eingeteilt waren. 

Bitte bewegen Sie den Cursor über die Grafik um Erklärungen zu den einzelnen Räumen zu lesen.











Das Restaurant des Flughafen Köln Butzweilerhof








Im Parterre war ein Restaurant eingerichtet in dem es, neben dem Restaurantbetrieb, auch einen Wartesaal (links vorne) für die Fluggäste. Ausgekleidet war dieser Kaffeeraum mit Wandvertäfelungen aus Holz. Der Fußboden bestand aus Holzparkett.

Für eine Erklärung der einzelnen Bereiche bewegen Sie bitten den Cursor über die Grafik.

Das Flughafencafe des Butzweilerhofs
Das schmale aber langezogene Cafe zog sich über das gesamte oberen Stockwerk des Gaststättentrakt hin. Durch die großen Fenster ließ sich so der Flugbetrieb auch aus der "zweiten" Reihe gut beobachten.

Die Terasse des Flughafen Köln Butzweilerhof - Junkers Ju 90 Bayern

So konnten die Gäste die Aussicht von der Terasse des Flughafen-Cafes genießen. Bei einer Tasse Kaffee konnte der Flugbetrieb auf dem gesamten Flughafengelände beobachtet werden.
Hier beobachten die Gäste des Cafes die Abfertigung der Junkers Ju 90 V3 D-AURE "Bayern" - ehemalige "Württemberg" WNr. 4915.

Über eine Lautsprecheranlage wurden die Besucher über den Flugbetrieb, die Ziele bzw. Herkunftsorte der abfliegenden und ankommenden Maschinen und machmal auch über besondere Fluggäste informiert.

Um die Lautsprecher zu sehen, bewegen Sie bitten den Cursor über das Bild auf der rechten Seite.
Sicht auf den alten Flughafen der Stadt Köln

Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um eine Erklärung der umliegenden Gebäude zu lesen.

Hier stehen die beiden britischen Flugzeuge vom Typ deHavilland DH.86 Express
"Denebola" G-ADUI
und "Danae" G-ADUG

Die Besucherterasse des Flughafen Koeln Butzweilerhof. Hier noch im Bau.
Auf der rechten Seite, hier wahrscheinlich noch im Bau, die Besucherterasse. Durch die Tür gelangten die Kölner von der Stadtseite auf die Tribüne um sich von dort den Flugbetrieb anzugucken. Eine Absperrung zum Vor- oder Rollfeld, wie heute üblich ist, gab es damals nicht. 
Lageplan des Restaurantrakt des Flughafen Köln Butzweilerhof
Die Wartezone des Flughafen Köln Butzweilerhof
Zwischen den beiden Zuggängen zum Vorfeld konnte die Passagiere, die alle Formalitäten erledigt hatten, auf den Aufruf Ihre Flüge warten.

Anhand der relativ wenig vorhandenen Sitzgelegenheiten läßt sich erahnen, wie groß die Anzahl der Passagiere damals war.

Vor der Empfangshalle des Flughafens steht eine Junkers Ju-86. Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Maschine mit der Zulassungsnummer D-AKEN. Diese Maschine wurde im Februar 1937 zugelassen, stürzte aber bereits im Oktober 1937 ab. Somit muß diese Aufnahme zwischen Februar und Oktober 1937 gemacht worden sein.
Rechts: Die Ju 52/3m entwickelte sich ab 1932 zum Standartreiseflugzeugen der Lufthansa AG. Noch heute wird sie als Traditionsflugzeug der Lufthansa geflogen und erregt auch durch ihr angenehmes Motorengeräusch Aufmerksamkeit.
Flugabfertigung einer Ju 52 auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof 
JU 52/m3 D-ABIZ vor der Besucherterasse Flughafen Köln Butzweilerhof  Links: Die JU 52/3m D-ABIZ "Erich Albrecht" vor der Besucherterasse des Flughafens Köln Butzweilerhof.
Bei dieser Position dürfte es sich aber nur um eine Parkposition gehandelt haben. Vielleicht wurde die Maschine dort auch nur für das Foto abgestellt. Wie sich an dieser Stelle der Luftstrom von ca. 3 x 650 PS auf Geschirr, Sonnenschirme, Tischtücher, Kuchen, Schlagsahne, Kaffee und natürlich die Cafebesucher ausgewirkt haben dürfte, kann sich jeder selber ausmalen......
 
Empfangsgebäude und Haupteingang des Flughafen Köln Butzweilerhof


Auf dieser Postkarte ist das repräsentative Hauptportal des Neubaus zu sehen.

Hier ist auch der Linienbus der "Kraftbuslinie 38" zu sehen, der alle 20 Minuten vom Hauptbahnhof zum Butzweilerhof fuhr. Eine Haltestelle befand sich am Kaiser-Wilhelm-Denkmal Ecke Gladbacher Straße.

Der Butzweilerhof war damals ein beliebtes Ausflugsziel. Noch heute erzählen viele Kölner mit Begeisterung, aber auch mit Wehmut, an die Zeit als man damals vom Cafe oder Restaurant aus "Flugzeuge gucken" konnte. Auf Nachfrage nach Ereignissen, Flugzeugen, Räumlichkeiten oder Personal erklären diese Besucher heute leider, dass "das Eis wichtiger war als die Flugzeuge".
(Manche Dinge ändern sich eben nie.)

             
Diese Postkarte zeigt das Cafe bzw. Restaurant im Sommer.
Flughafen-Restaurant Flughafen Köln Butzweilerhof 1936
Hier das einzige bekannte Farbfoto des Butzweilerhofs das vor dem Krieg entstanden ist. Dabei handelt es sich um eine Postkarte die der Betreiber des Flughafenrestaurants drucken ließ. Während des Krieges diente das Restaurant als Kantine der Luftwaffenwerft. An diese Kantine erinnern sich Veteranen noch heute sehr gerne wegen der guten Qualität der Speisen. Im Keller des Restaurant gab es, nur für Flughafenangehörige und besonders geladenen Gäste, eine eigene Bar - der sogenannte "Heldenkeller".

 
Der Blick aus der Empfangshalle auf das Vorfeld.
Im Hintergrund die D-AURE "Bayern" eine Ju 90, das damals größte Passagierflugzeug Deutschlands für 40 Passagiere. Rechts die G-ADUH "Dryad" eine de Havilland DH86 der Imperial Airways. Diese Maschine wurde 1936 verkauft. Deshalb ist dieses Bild wahrscheinlich kurz nach der Eröffnung der neuen Flughafengebäude (25. Juli 1936) gemacht worden.
Der Betriebshof wurde sowohl als Garagenplatz, als auch als Lagerraum der einzelnen internationalen Fluglinien genutzt. Im hinteren Bereich des Betriebshofs lag die Tankstelle für die Betriebsfahrzeuge. In den Garagen, die zum Flugfeld lagen, waren die Fahrzeuge der Flughafenfeuer untergebracht. Vom Betriebshof aus gab es einen direkten Zugang vom Betriebshof zur Halle1. Die Halle 1 war für insgesamt fünf Luftfahrzeuge von der Größe einer Ju 52 ausgelegt.
Im Osten dieser Halle lag der Turm der Luftaufsicht, der auch den technischen Bereich bzw. die technische Einsatzsteuerung beherbergte. Von dort konnte man duch große Bullaugen in die Halle gucken. Eine breite Treppe führt von der ersten Etage direkt in die Halle. Auf der Rückseite der Halle befanden sich Werkstätten für die einzelnen Fachgruppen.
Turm der Luftaufsicht (heute Tower) und  Halle1  Flughafen Köln Butzweilerhof
Turm der Verkehrspolizei Flughafen Köln Butzweiler Der Turm der Luftaufsicht hatte an der Vorderseite statt normaler Fenster breite Glasbänder. Auf dem Turm befand sich ein Glasaufbau der dem Flugsicherheitspersonal eine sehr gute Rundumsicht auf anfliegende Maschinen ermöglichte. Im September 1939, zu Beginn des Krieges, fürchtete man bei einem Bombennahtreffer, dass die ganze Glaspracht zerstört werden würde. Schließlich waren schon damals Flughäfen bevorzugte strategische Ziele. Außerdem lag Köln, und somit der Butzweilerhof, sehr nahe an der westlichen Front und im Bereich der britischen Bomber. Aus diesem Grund wurde die gläserne Pracht abgebaut und in einem Schuppen am Westfriedhof zwischengelagert. Im November 1939 brach dort ein Feuer aus. Bei diesem Feuer handelte es sich um einen normalen Betriebsunfall, der nichts mit dem Krieg zu tun hatte. Durch das heiße Feuer und das kalte Löschwasser war der Stolz des Butzweilerhofs leider schnell zerstört. Ironischerweise hat dieser neue Teil des Butzweilerhofs nie einen Bombentreffer erhalten, obwohl die englische Einsatzplanung genau wußte wo sich die Gebäude befanden. Auch nach einem direkten Luftangriff auf den Butzweilerhof am 10. November 1944 blieb der Flughafen unbeschädigt.
Sogar die hohen Fenster gingen während der vielen Angriffe nicht zu Bruch und waren noch weit in den 50er Jahren in Ordnung. Diese Fenster im Restaurant, der Eingangshalle und dem Gepäck- bzw. Zollbereich wurden im Krieg nie zugemauert.
Im Gegensatz dazu wurde der "alte" Teil des Butzweilerhofs, also die ehemalige Fliegerstation, durch Bomben vollständig zerstört. Die Trümmer wurden wahrscheinlich abgeräumt als die Royal Air Force den Butzweilerhof belegte und an dieser Stelle Unterkunftsgebäude errichtete. 


Wie schon in den alten Flughafengebäuden befand sich auch im "Neubau" im Keller ein Badezimmer sowie ein Entlausungsraum. Dieser Einrichtung hatte folgende Zweck: Die ersten Passagiermaschinen waren, wenn überhaupt, nur sehr schwach beheizt. Besonders im Winter bei großer Flughöhe, konnte so der Flug sehr kalt und ungemütlich werden. Möglicherweise hätten sich Passagiere auch Erkältungen zuziehen können. Damit diese natürlich nicht passierte, gab die jeweilige Fluglinie im Bedarfsfall Pelzmäntel aus.
Allerdings waren damals Läuse ein großes Problem. Da man nicht wußte wieviel Läuse sich vom vorherigen Passagier eingenistet hatten, wurden die Pelzmäntel regelmäßig entlaust. Dies geschah in einem mit Fliesen ausgekachelten Raum, der mit einer doppelten Schutztüre hermetisch abgeschlossen wurde und in den wahrscheinlich ein Schädlingsbekämpfungsmittel eingeleitet wurde. Die Bekämpfung mit Pulver ist unwahrscheinlich, da man dieses Pulver nicht rückstandsfrei aus den Pelzmänteln entfernen konnte. Wahrscheinlich wurde Stickstoff verwendet.

Wenn dieser Entlausungsraum durch die Renovierungsarbeiten nicht zerstört wurde, könnte es sich um den letzten noch intakten Entlausungsraum eines Flughafens in Deutschland handeln.
 
Satfoto 2003  Flughafen Köln Butzweilerhof
Schon 1937 war die erste Erweiterung fällig. Das Rollfeld wurde erweitert. Vor der Halle 1 wurde das Rollfeld begradigt wodurch die Platte fast rechteckig wurde. Diese Naht kann man noch heute deutlich sehen.
Um diese Betonnaht besser zu sehen, bewegen Sie bitte den Cursor über das Satellitenfoto von 2003.

Der Vorbau nördlich der Halle 1 wurde in den 50er oder 60er Jahren gebaut und gehört nicht zum historischen Teil des Butzweilerhofs. Dieser Vorbau wurde im Rahmen der Restaurierungsarbeiten 2009 abgerissen.




Hier unten ein Übersichtsplan von 1936. Deutlich ist zu sehen, dass das Rollfeld noch relativ klein ist.
Satfoto 2003 der historischen Gebäude des Butz
 
Lageplan Neubau des Flughafen Köln Butzweilerhof
 

Links:
Grundriss der neuen Flughafenanlage von 1936.
Deutlich ist das Rollfeld sowie die geplanten Abstellplätze der Flugzeuge zu sehen. Ganz links die Zuschauertribüne, daneben der Neubau und etwas nach hinten versetzt der Betriebshof. Daneben die Halle 1 mit den Turm der Luftaufsicht. Von rechts führt ein Abstellgleis (gestrichelte Linie ) der Bahn auf den Flughafen. Diese Gleiszuführung wurde für die Treibstofflieferungen benötigt.
Die abseits stehende Halle 2 wurde erst 1940 gebaut.
Im unteren rechten Bereich sind Häuser für Angestellte des Flughafens eingezeichnet. Diese Häuser sind noch bewohnt.
In die freie Fläche zwischen dieser Häusergruppe und den Flughafengebäuden wurden ab 2008 Einfamilien-Reihenhäuser im Bauhausstil gequetscht.

 
Plan der Hansestadt Köln in den 30er Jahren










Um eine komfortable Anreise zu gewährleisten, wurde auch eine schnellere Verkehrsanbindung zum Hauptbahnhof ausgebaut. Ein Linienbus fuhr im 20 Minuten-Takt vom Hauptbahnhof Köln zum Hauptportal des Butzweilerhofs.
 
Für Sonntag den 26. Juli 1936 war dann die Einweihung geplant - oder doch nicht?
Einladung und Terminänderung zur Einweihung des Neubaus Flughafen Köln Butzweilerhof durch den Oberbürgermeister der  Stadt Köln am 25.07.1936
 
Leider ist nichts über die Gäste, deren Reden oder einem Programm bekannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit war der Kölner Oberbürgermeister Günter Riesen, die Flughafendirektion, Vertreter der Verwaltung, der Lufthansa und vielleicht der anderen Luftfahrtgesellschaften eingeladen. Da es sich bei dem 25.Juli 1936 um einen Samstag handelte, gab es vielleicht ein Programm oder sogar einen Flugtag für die Kölner. Schließlich hatte der Butzweilerhof eine sehr aktive Luftsportgruppe. Vielleicht gab es auch eine Musikkapelle, Flugzeuge die besichtigt werden konnten und andere Attraktionen. Aber leider ist darüber nichts bekannt.

Hier die 1. Wetterkarte die zur Eröffnung des Butzweilerhofs heraus gegeben wurde.
 
Wetterkarte zur Eröffnung des Flughafen Köln Butzweilerhof 25.07.1936
    
Wetterkarte zur Eröffnung des Flughafen Köln Butzweilerhof 25.07.1936

 
 
Die Flugzeughalle 2                      
Um dem steigenden Bedarf an Unterstellmöglichkeit für Flugzeuge nachzukommen wurde 1940 die Halle 2 gebaut. Auf dem linken Bild ist der Platz zu sehen auf dem später die Halle 2 entstehen wird. Neben einer größeren Hallenfläche war dieses Gebäude mit einem zweistöckigen Verwaltungsbau umgeben. Zusätzlich zu den obligatorischen Büros waren dort auch Vortragsräume und Werkstätten vorhanden. Die Halle 2 hat eine Fläche von 69,2 x 35,8 Metern.
Bauplatz der Halle 2 Flughafen Köln Butzweilerhof um 1939   Die Halle 2 des ehem. Flughafen Köln Butzweilerhof  im Sommer 2003
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Um den freien Bauplatz zu sehen bewegen Sie bitte den Cursor über das Bild.
 
 
Die Halle 2 im Sommer 2003 aus der gleichen Richtung wie die neben stehenden Fotos aufgenommen. Bei den Schiebetoren handelt es sich, im Gegensatz zu den Aluminiumtoren der Halle 1, um die originalen Tore.
 
     
   
   
                                       


Beschwerde an den FlughafenHier eine Beschwerde an den Flughafen vom 6.6.1939
Auf einer Postkarte beschwert sich ein Schwerkriegsbeschädigter:

An die Direktion des „Flughafens“ K – Bocklemünd Longerich:

„Notiz von Lebenden für unsere Toten!“
„Die Störungen der Fliegerei über unseren Friedhöfen, wo unsere Toten still ruhen sollten, nimmt dermaßen zu, dass vorerst an Sie diese 1. Notiz erfolgt! Namentlich der Nordfriedhof ist in starke Mitleidenschaft gezogen.
Heil Hitler
(
Ein Schwerkriegbeschädigter)
6.6.39


Anm: Drei Monate später beginnt der (Luft-)Krieg...










 
Anmerkung: Es ist immer wieder zu lesen, dass die Luftschiffhalle auf dem Butzweilerhof errichtet wurde. Dies ist definitiv falsch. Leider wird diese bewußte Falschdarstellung immer wieder übernommen. Es kommt auch vor, dass sachlich richtige Artikel um dieses Märchen "erweitert" werden. Deshalb bitte ich Journalisten, die sich auf dieser Seite informieren, bei ihrer zukünftigen Arbeit auf korrekte Darstellung historischer Zusammenhänge zu achten.

Tatsache ist:
1) Die Luftschiffhalle wurde in Bickendorf errichtet, der Butzweilerhof liegt in Ossendorf.
2) Der Reichsluftschiffhafen wurde 1909 gebaut. Zu dieser Zeit war der Butzweiler Hof ein Bauernhof. Die Fliegerstation Butzweilerhof ging erst 1913 in Betrieb. (Butzweiler Hof = Bauernhof, Butzweilerhof = Fliegerstation/Flughafen)
3) Es ist keine Grundbesitzurkunde bekannt, die besagt, dass das Gelände der Luftschiffhalle auf dem Grundstück des Bauernhof Butzweiler liegt. Selbst wenn dies so währe, darf nicht der wiedersinnige Eindruck entstehen, dass die Halle auf dem Grundstück der Fliegerstation liegt.

Vielen Dank
Werner Müller

  
 
 
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